Upgrade-Warnung macOS Catalina

Wie jedes Jahr im Oktober hat Apple auch 2019 ein größeres Betriebssystemupdate vorgestellt: macOS Catalina (10.15).

Und auch wie jedes Jahr empfehlen wir, die erste Version (10.15.0) nicht auf produktiv genutzte Macs zu installieren, sondern auf das zweite (Dezember) oder dritte Wartungsupdate (Jänner) zu warten.

  • Dieses Jahr kommt noch verschärfend hinzu, dass mit der Entfernung der 32-Bit-Ebene viele ältere Programme nicht mehr funktionieren, unter anderem:
  • Microsoft Office 2011
  • iWorks 09, iDVD, iWeb
  • Adobe Creative Suite 6 Programme wie Photoshop oder InDesign CS6 (inkl. natürlich noch älterer Versionen)
  • viele Audioprogramme von AVID, Native Instruments, Steinberg,..
  • ältere Drucker bzw. deren Treiber
  • ältere Wacom-Tablets, die nicht den aktuellen Treiber nutzen können
  • viele weitere bekannte Programme (FileMaker 11 und älter, EyeTV,…)
  • D.h. mit dem Update auf macOS Catalina muss man endgültig die alten Kaufversionen der Adobe Programme aufgeben und auf Creative Cloud Abo umstellen und die aktuelle Version von Microsoft Office 2019 entweder kaufen oder abonnieren. Oder in neue Hardware investieren, wie aktuelle Drucker oder Wacom-Tablets.

Wir raten hier nicht grundsätzlich von macOS Catalina ab, ganz im Gegenteil, es ist in mehrfacher Hinsicht ein bedeutendes Release, das viele interessante neue Funktionen enthält, u.a.:

  • Ein vorhandenes iPad kann man als zweiten Monitor verwenden, toll für zB.
  • Präsentationen in kleiner Runde – Präsentator verwendet MacBook-Display, Zuseher folgen über iPad-Display
  • mit  Pencil am iPad kann man nun im Photoshop am MacBook retuschieren
  • Die Funktionen von iTunes wurden in 4 separate Programme aufgeteilt (Musik, TV, Podcasts, Bücher), sind nun performanter und optischer näher bei den iOS-Versionen
  • Mit dem iTunes-Nachfolger TV kann man nun endlich auch auf Macs Filme in 4K & HDR abspielen (und Ton in Dolby Atmos an Verstärker weitergeben)
  • Die Funktionen des Erinnerungsprogramms wurden deutlich verbessert
  • Mit Projekt Catalyst können Programmierer viel einfacher iPhone-/iPad Apps in macOS Programme verwandeln – diese funktionieren aber nur auf Catalina und nicht mit älteren macOS-Versionen
  • Vollständige Steuerung des Computers mit der Stimme
  • Catalina läuft auch auf älterer Hardware etwas schneller als frühere Betriebssysteme – wir empfehlen Installation aber nur auf Macs, die eine Festplatte auf SSD-Basis eingebaut haben
  • Macs mit T2-Chip sind nun geschützt wie iPhones/iPads, d.h. wird MacBook gestohlen, ist es für Dieb nutzlos, da selbst nach dem Löschen der Festplatte die Apple-ID und Passwort vom eigentlichen Besitzer eingegeben werden muss

Übersicht über alle neuen Funktionen

Wir empfehlen trotzdem, den Umstieg auf Catalina nicht sofort durchzuführen. Erstens aufgrund der Erfahrungen aus den letzten Jahren, zweitens weil durch Catalina diesesmal mehr Änderungen seitens der Entwickler erforderlich sind als bei früheren Releases. Drittens gibt es einige entscheidende Veränderungen im Vergleich zu früheren macOS-Versionen, die den bisherigen Workflow beeinflussen könnten:

  • alle vorinstallierten Schriften sind nun vom Betriebssystem geschützt, d.h. man kann zB. nicht mehr die Times New Roman gegen eine eigene Version mit mehr Schnitten austauschen
  • auch wenn die aktuellen Versionen der Adobe-Programme problemlos funktionieren, viele Plug-Ins sind noch in 32-Bit geschrieben und funktionieren nicht mehr
  • Manchmal ist das Programm selbst 64-Bit, das Installationsprogramm aber 32-Bit, wie zB. bei der letzten Kaufversion von Adobe Lightroom, d.h. Lightroom lässt sich nicht neu installieren, funktioniert aber, falls es vor dem Catalina-Update bereits installiert war
  • viele Audio-Programme können nicht mehr auf die iTunes-Mediathek zugreifen, da der iTunes-Nachfolger die dazu notwendige Datei nicht mehr nutzt
  • bei der Migration zum neuen Podcasts-Programm werden nur die akuellsten 10 Episoden jedes Podcast-Abos migriert, alle älteren werden automatisch gelöscht (!)
  • Airdrop zu älteren Macs nicht mehr möglich
  • Eine Rückkehr zu einer älteren macOS-Version ist extrem mühsam, falls man erst Tage später diese Entscheidung trifft.

Wagemutige Nutzer können natürlich sofort auf Catalina wechseln, wenn sie zuvor gründlich geprüft haben, ob die von ihnen genutzten Programme bereits entsprechend angepasst wurden. Auch sind kaum Probleme zu erwarten, wenn man macOS Catalina sauber auf eine leere Festplatte neu installiert und zusätzlich nur aktuelle Programme installiert.

Dies soll die Leistung von Apple nicht schmälern, der Mac wird mit Catalina ein gutes Stück besser, dennoch ist es nicht verkehrt, das neue System noch etwas reifen zu lassen und den Drittherstellern noch etwas Zeit für nötige Anpassungen und zusätzliche Optimierungen zu geben.

p.s.:
Falls jemand trotzdem auf macOS Catalina wechseln möchte (oder durch den Kauf eines neuen Macs sowieso wechseln muss), würden wir empfehlen:

  • vorher mit folgenden Programm überprüfen, ob man Programme verwendet, die noch in 32-Bit geschrieben sind und somit nicht mehr unter Catalina lauffähig sind: https://www.stclairsoft.com/Go64/; falls wichtige Programme darunter sind, entweder Update kaufen oder auf eine andere Lösung wechseln
  • vorher alle Drittprogramme updaten, die meisten Entwickler müssten bereits Updates released haben, die speziell die Kompatibilität mit Catalina verbessern
  • vorher ein aktuelles Backup erstellen
  • alles vom Computer abstecken außer Netzteil, Maus, Tastatur, Netzwerkkabel (d.h. keine externen Monitore, keine Drucker, Festplatten,..)
  • vorher nochmals einen Neustart machen und keine Programme öffnen außer das Installationsprogramm
  • zu einer Zeit installieren, wo es keinen Zeitstress bei Problemen gibt (am Abend, am Wochenende)

iOS 11.3 ist da mit iPhone-Batteriezustand und Drossel-Abschaltung

Mit iOS 11.3 erweitert Apple die Batterie-Einstellungen wie angekündigt um den Batteriezustand, der erstmals Details zu Leistung und Gesundheit des iPhone-Akkus aufführt. Eine durch iOS möglicherweise automatisch vorgenommene Drosselung des iPhones – etwa bei abgenutztem Akku, Kälte oder geringem Ladestand – hebt die neue iOS-Version nach der Installation erst mal auf:

https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/iOS-11-3-ist-da-mit-iPhone-Batteriezustand-und-Drossel-Abschaltung-4009115.html